
ritual
oder zwangsstörung?
rituale und gewohnheiten gehören zu unserem leben und helfen, dieses
zu strukturieren und zu vereinfachen. zwangsstörungen entwickeln sich
in einem fließenden übergang. zumeist zeigen sie sich in exzessiven
wiederholungen von alltäglichem verhalten. diese werden so oft
wiederholt, bis sie den charakter von ritualen haben. diese rituale werden
dann getätigt um eine vermeindliches unglück von sich oder anderen
abzuleiten.
was
sind zwangshandlungen (zwangsrituale)?
bei den sogenannten kontrollzwängen kann es sein, dass
türen kontrolliert werden (auf-zusperren, nochmals auf-zusperren.....),
kaffemaschinen an und abgedreht werden, oder nachgesehen wird, ob gewisse
dinge auch wirklich auf ihrem richtigen platz stehen. bei den waschzwängen
werden z.b. in genau festgelegter abfolge körperteile gereinigt (z.B.
3x Ohren, danach 2xHals und dann die Hände). zumeist haben die betroffenen
eine klare vorstellung, dass diese handlungen übertrieben sind. auch
besteht bei den meisten ein gewisser widerstand, gegen die ausführung
der handlungen. dann werden diese aufgeschoben oder verzögert - es kann
auch sein, dass es den betroffenen gelingt diese übertriebenen handlungen
in anwesenheit anderen personen zu unterlassen.
was
sind zwangsgedanken (grübelzwang)?
bei dieser form von zwang werden gedanken, ideen und bildhafte vorstellungen
als ständig präsent und quälend erlebt. so kann z.B. eine mutter
unter der vorstellung leiden ihr kind fallen zu lassen oder dem impuls das
eigene kind zu töten nicht wiederstehen zu können. manchmal sind
es auch obszöne bilder die die betroffenen den ganzen tag begleiten.
diese ideen und bilder drängen sich so stark in das leben der betroffenen,
dass notwendige entscheidungen des lebens vergessen werden und unerledigt
bleiben.
warum
in eine behandlung?
die notwendigkeit eine behandlung aufzusuchen ergibt sich aus der beeinträchtigung
im alltag durch die symptome des zwanges. durch das ständige
beschäftigen mit diesen ritualen leidet nicht nur die eigene lebensqualität
sondern auch das berufliche (z.b. zu spät kommen) und auch soziale leben
stark. in folge kommt es oft zu isolation von der umwelt
und auch einsamkeit und kontaktlosigkeit die wiederum nährboden für
depressionen darstellen.
wie
kann so eine behandlung aussehen ?
ausgehend von der idee, dass symptome und probleme der zwangshandlungen als
schlechte oder missglückte lösungsversuche zur angstbewältigung
sein könnten, kann es sinnvoll sein, sich um deren bedeutung zu kümmern.
so kann ein zweck der behandlung sein, die mit der zwangshandlung verbundenen
ängste und auch die die körperlichen und psychischen angstsymptome
besprechbar zu machen und einbettet in die gesamte, aktuelle lebenssituation
neu zu gestalten. bei zwangsgedanken könnte beispielsweise sinnvoll sein,
neue bewältigungsstrategien für den umgang mit
tabuisierten aggressiven oder auch depressiven gedanken zu sein.